Zwei Menschen stellen einen Tisch auf den Gehweg, bringen Brot, Suppentöpfe und Namensschilder. Die ersten Nachbarn bleiben stehen, helfen, zünden Kerzen an. Aus einer improvisierten Stunde wird ein monatliches Ritual. Später gibt es Kinderbetreuung, eine Werkzeugkiste und einen kleinen Büchertausch. Niemand muss zahlen, alle bringen, was möglich ist. Heute organisiert das Viertel gemeinsam Feste und Notfallhilfe, weil man sich wirklich kennt.
Ein Café schaltet montags die Musik aus, reserviert drei Tische und stellt Wasser bereit. Menschen kommen mit Büchern, setzen sich für vierzig Minuten in stille Gesellschaft und tauschen danach Gedanken in kurzen Runden. Wer nicht sprechen möchte, darf nicken und lächeln. Aus Zurückhaltung entsteht Vertrauen, aus Vertrauen entstehen Freundschaften. Die Gruppe hat inzwischen Ableger in Nachbarstädten, weil das Format leicht, freundlich und tief zugleich ist.